Zuckerfrei durch die Vorweihnachtszeit?


Mein Vorsatz, mein Kind in den ersten zwei Lebensjahren zuckerfrei zu Ernähren, stellt mich aktuell vor eine Herausforderung. Immer wieder habe ich das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen, warum ich Oliver aktuell noch von industriellen Zucker fernhalte. Dafür habe ich zahlreiche Gründe und führe diese den Leuten dann immer wieder auf. Abgesehen von Karies und der Ernährungserziehung spielen für mich auch die sensiblen Geschmacksknospen von Babys und Kleinkindern eine große Rolle.
Trotz meiner Argumentation kann dies nicht jeder nachvollziehen. Denn wie soll die Vorweihnachtszeit ohne Zucker funktionieren, ohne dass mein Kind das Gefühl hat, als einziger etwas zu verpassen?

Nichts liegt mir natürlicher ferner, als dass mein Kind sich ausgegrenzt fühlt. Das ist für mich ein wahrlich schrecklicher Gedanke und brachte mich dazu, all meine Vorsätze und meine Einstellung zu überdenken.

Bereits während der Schwangerschaft mit Oliver habe ich beschlossen, dass ich seine ersten zwei Jahre zuckerfrei gestalten möchte. Im ersten Lebensjahr war dies für mich sehr leicht umzusetzen. Oliver ist ein ausgezeichneter Esser und ich konnte ihm alles vorsetzen. Unterschiede zwischen den Nahrungsmitteln die andere aßen und die er bekam stellte er noch nicht fest.

Jetzt ist alles anders und es wird schwieriger, meine Ernährungserziehung konsequent umzusetzen. Im Alltag werden wir viel mit Zucker konfrontiert. Sei es beim Nachmittagskränzchen bei Oma, auf Geburtstagsfeiern oder jetzt in der süßen Vorweihnachtszeit.

Wir kamen bei Freunden an, es gab Kaffee und Plätzchen….Ich packte also Olivers warmen ungesüßten Tee, sowie seinen Obstsalat aus. Lecker Apfel, Birne, Mandarine und seine innig geliebten Weintrauben. Bislang war er damit äußerst zufrieden. Tja…bis er jetzt eben den Unterschied bemerkte. Die anderen Kinder am Tisch griffen vergnügt in die Plätzchenschale, ich und mein Mann ebenfalls. Rabeneltern?
Oliver streckte seine kleine Hand in Richtung Keksschale, untermauert von einem „MÄ“, das bedeutet: ICH WILL DAS HABEN.
Ich bot ihm seine Alternativen und er gab sich zufrieden, aber wie lange noch? Er hat den Unterschied bemerkt und mit meinen Argumenten komme ich bei einem Kleinkind nicht weit.

An diesem Abend fühlte ich mich schlecht. Ich war nicht mehr überzeugt, ob das was ich mache richtig ist.
Ein paar Tage später setzte ich mich nochmal mit dem Thema auseinander und fand leckere, zuckerfreie Alternativen.

Zuckerfreie Plätzchen, zuckerfreier Kuchen und zuckerfreie Süßspeisen.

Ich fackelte nicht lange und fing an, zwei verschiedene Sorten Butterplätzchen zu backen.

230 g. Dinkelmehl
100 g. Butter
1 Ei
1 reife Banane (zerdrückt)
15 Datteln (entsteint)
1 Prise Salz

und

150 g. Dinkelmehl
70 g. Butter
1 Ei
80 g. gemahlene Haselnüsse
1 Vanilleschote
1 Orange, frisch gepresster Saft
2 EL Agavendicksaft

Oliver war eine super Küchenhilfe. Nachdem er das Ausstechen des Teiges ein paar Mal beobachtet hatte, war er ganz fröhlich und stolz, helfen zu dürfen. (Natürlich verursachte er dabei eher mehr Arbeit) aber das war egal. Er schenkte mir sein Lächeln und zeigte mir, wie toll seine Motorischen Fähigkeiten in den letzten Wochen vorangeschritten sind.

Am zweiten Adventssonntag bekamen wir Besuch und statt süßem Kuchen bot ich unsere zuckerfreien Plätzchen an. Wir bekamen super liebes Feedback. Sie waren richtig froh darüber, heute mal gesund zu schlemmen und Oliver war stolz wie ein großer, die gleichen Dinge wie wir zu essen. 🙂

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Richtig stolz machte mich allerdings der gestrige Nikolaustag.
Oliver erhielt ein liebes Nikolausgeschenk. Ein Strumpf, gefüllt mit einer kleinen Schokolade, 2 Plätzchen, einem Apfel und einer Mandarine.
Oliver interessierte sich NUR für den Apfel und war stolz wie Oskar auf sein Geschenk.
Dieses Verhalten und dieses Lächeln bestärkt mich.

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Ich versuche, meiner Ernährungserziehung noch ein Weilchen treu zu bleiben. Solange wie es sich für mich richtig anfühlt.

Wie handhabt ihr den  Zuckerkonsum in der Vorweihnachtszeit?

 

Liebe Grüße, Jasmin

2 Kommentare

  1. Neulich wollte die Oma dem nicht mal 1 Jahr alten Heldenkind tatsächlich ein Stück Schokolade geben. Auf mein Nein erwiderte sie „Nicht mal ein bisschen daran lecken??“…. ich finde es nicht schlimm, wenn Kinder naschen, aber ich muss sie doch nicht schon so früh da ran führen. Vermeiden lässt es sich eh nicht und einfache Vollkornkekse zum Beispiel tun ihren Teil doch auch schon…aber das verstehen viele einfach nicht. Ich finde es richtig und gut, wie du es machst und so lange du Alternativen hast, die von ihm noch akzeptiert werden, warum nicht ?
    Man muss es ja nicht auf Teufel komm raus ewig durchsetzen, aber so lange es möglich ist, würde ich da auch noch drauf bestehen.

    • Jasmin

      8. Dezember 2016 at 20:25

      Hallo Sari,
      Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ich denke die Generation unserer Eltern ist einfach nicht so gut über das Thema informiert, wie wir es heute sind und können daher unsere Einstellungen nicht immer verstehen.
      Die Erziehung von damals und heute ist in vielerlei Hinsicht anders.
      Liebe Grüße, Jasmin

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