Gestern Abend gegen 21 Uhr verspürte ich einen Schmerz auf der kompletten linken Seite. Vorerst habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hierbei um einen Dehnungsschmerz des linken Mutterbandes handelt, da der Bauch in letzter Zeit einen ganz schönen Schub gemacht hat. Als der Schmerz jedoch immer schlimmer wurde, fing ich an mir Sorgen zu machen und legte mich ins Bett. Ich drehte mich nach rechts, nach links, auf den Rücken, der Schmerz wurde schlimmer und es kamen gemeine Krämpfe dazu. Die Krämpfe zogen sich von der linken Seite bis zum Unterbauch. Alex und ich googelten die Symptome, haben aber nur wenig dazu gefunden. Was wir gelesen haben waren vor allem viele beruhigende Sätze, dass es sich dabei um Dehnungsschmerzen handelt oder das Kind sich anders hingelegt hat und dadurch ein Druck auf Organe entstanden ist. Wir schauten auf die Uhr und beschlossen es noch eine Stunde zu versuchen, bevor wir einen Arzt aufsuchen.
Die Schmerzen wurden noch schlimmer, der Abstand der Krämpfe immer geringer. Wir beschlossen einen Nachtspaziergang zu machen, dabei bekam ich Krämpfe im Minutentakt. Daraufhin haben wir uns auf den Weg ins Krankenhaus gemacht.

In der Notaufnahme angekommen, stellte man uns direkt eine Hebamme zur Verfügung. Die Ärztin selbst war noch in einer OP. Die Hebamme war sehr freundlich, sprach mit einer beruhigenden Stimme und ich fühlte mich bei ihr in guten Händen. Sie schloss mich an einen Wehenschreiber an. CTG Cardiotocography. Dieses Gerät misst die Wehentätigkeit und zeichnet die Herzschlagfrequenz des Kindes auf. Und tatsächlich: das was ich für Krämpfe hielt, mit Ursache der Überdehnung eines Mutterbandes waren in Wirklichkeit Wehen. Ein Schock. In Woche 27 viel viel viel zu früh! Als die Ärztin aus dem OP kam, wurde ich direkt untersucht. Der Muttermund ist geschlossen (sehr gut), der Gebärmutterhals ist nicht verkürzt (3,5 cm, sehr gut). Wehen…sehr schlecht. Die Ärztin schloss mich wieder am CTG an und verabreichte mir 3 Wehenhemmende Tabletten im Abstand von jeweils 15 Minuten. Sie wirkten. Um 4 Uhr in der Früh wurde ich in mein Zimmer für die nächsten Tage gebracht.

Ziel ist es, mich und meine Wehen zu beobachten.
Ich nehme dreimal täglich Wehenhemmende Tabletten und werde immer wieder am CTG angeschlossen. Wenn es hier keine Kontraktionen mehr gibt, soll die Dosis der Tabletten gesenkt werden. Sollte es trotz der Tabletten nochmal zu Wehen kommen, werde ich in eine Klinik mit Frühgeburtenstation verlegt. Aber ich denke ganz positiv! Es ist jetzt Mittwochabend, ich hatte heute keine Wehen und so wird es auch bleiben! Ich habe im Moment strenge Bettruhe, ich darf ausschließlich aufstehen um auf die Toilette zu gehen.
Ich habe die Hoffnung, dass wir die Dosis der Tabletten senken oder gar absetzen können und ich schon bald wieder nach Hause darf.

Eins ist allerdings klar, Arbeiten ist nun TABU. Es besteht die Möglichkeit, dass die Wehen durch übermäßigen Stress ausgelöst wurden. Ich hätte nur noch zwei Arbeitswochen vor mir gehabt, aber mein Baby steht natürlich an erster Stelle. Darüber muss ich gar nicht nachdenken.

Alex war so lieb und hat heute Morgen in meinem Büro angerufen und Ihnen die Situation geschildert. Ich bekam Genesungswünsche und ich denke es ist allen klar, dass ich, auch wenn ich das Krankenhaus verlassen darf, nicht wieder arbeiten werde.

Da die letzte Nacht für mich sehr kurz war, werde ich heute früh schlafen. Hoffentlich durch. Aktuell bin ich alleine in einem Zweibettzimmer. In der letzten Nacht lag ich neben einer Mutti und ihrem 4 Tage alten Sohn. Die Krankenschwester sagte mir, man versuche mich so lange wie möglich alleine in einem Zimmer zu lassen um mich nicht unnötigen Stress auszusetzen. Dadurch sollte ich heute eine ruhige Nacht haben.

 

Liebe Grüße, Jasmin