Trinkt mein Baby zu viel?


Hilfe, mein Baby will den ganzen Tag trinken!

Kurz nach Ollis Geburt bekam er Gelbsucht. Wichtig bei Kindern mit Gelbsucht ist, dass sie ausreichend trinken, um das Bilirubin auszuscheiden. Damit wir sehen wie viel Olli trank, erhielten wir ein Rezept für eine Milchpumpe. Schnell wurde klar, er trinkt mehr als genug.
Nun benötigen wir die Pumpe eigentlich nicht mehr, Olli trinkt wieder aus der Brust. Jedoch pumpe ich an manchen Tagen bewusst ab, um festzustellen, wie viel mein Baby trinkt.
Ich habe im Internet gelesen, die kleinen sollen nicht mehr als einen Liter am Tag trinken, da sonst die Nieren nicht mehr hinterherkommen.
Olli trinkt einen Liter!
Unser gestriger Tag sah wie folgt aus:
02:30 Uhr ->   90 ml. Muttermilch
05:45 Uhr -> 100 ml. Muttermilch
08:30 Uhr -> 140 ml. PRE
11:05 Uhr -> 130 ml. Muttermilch
12:30 Uhr ->    90 ml.PRE
14:45 Uhr -> 140 ml. Muttermilch
18:00 Uhr -> 120 ml. Muttermilch
21:45 Uhr -> 140 ml. Muttermilch
23:15 Uhr -> 140 ml. PRE
Damit waren wir bei 1090 ml. !

Das gestern war keine Ausnahme, mein Kind möchte immer trinken! Ich würde behaupten, ich habe relativ viel Muttermilch, jedoch reicht sie für mein Kind nicht aus. Nach der Brust schaut er sich meist noch weiter um. Aktuell füttern wir neunmal täglich, davon dreimal PRE. Meist morgens, mittags und abends einmal. Ich versuche die PRE Nahrung komplett wegzulassen, jedoch müsste ich Olli dann jede Stunde anlegen, er wäre nie richtig satt und würde nicht gut schlafen.
Ich bin ehrlich gesagt ein wenig ratlos. In der Natur, also ohne die PRE Zufütterung, hätte er gestern 720ml. erhalten. Das wäre eine gesunde Trinkmenge für ein fünf Wochen altes Baby. Ich habe gelesen, man solle sich an die Faustregel „150ml. pro Kilo Körpergewicht“ halten. Bei vier Kilo Körpergewicht entspricht die Richtmenge 600ml. Aber ich kann mein Baby doch nicht hungern lassen.

Olli ist ein sehr zufriedenes, ruhiges Baby. Er schreit eigentlich so gut wie überhaupt nicht. Es sei denn, er hat Hunger. Zuerst dachte ich, dass er Bauchweh hat und deshalb schreit. Aber nein, sobald er was zu essen bekommt, ist er wieder mein kleiner lieber Engel. Es ist also Hunger.
Er reißt den Mund auf und sucht. Er steckt sich alles in den Mund und schmatzt dabei.
Ich habe versucht ihn abzulenken, aber keine Chance. Sobald ich ihn auf den Arm nehme, isst er meinen Pullover und wird sehr unruhig. Eindeutige Anzeichen für echten Hunger?
So geben wir ihm nach und füttern ihn bis zu neunmal täglich.
Sorge bereitet mir jedoch die Geschichte mit den Nieren.

Bei der U3 habe ich das Thema angesprochen. Unsere Kinderärztin hat es relativ gleichgültig abgetan: „er hat halt viel Hunger und sollte die Nahrung auch bekommen, solange zwei Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten sind.“

Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Wie viel trinken eure Babys? Wie viel Abstand ist zwischen den Mahlzeiten?

 

Liebe Grüße, Jasmin

6 Kommentare

  1. Hallo Jasmin, ich würde dir folgendes raten: lass die Ptenahrung weg und lass dein Baby an die Brust, so oft und lange es möchte. Mit Muttermilch kannst du ihn nicht überfüttern, d.h. du kannst aufhören, die Menge zu prüfen.
    Dass er an bzw nach dem Essen wieder ruhig ist, ist normal. Unser Rubbelbatz hat, bis er ca. 13 Wochen alt war, auch ständig die Brust verlangt. Ich denke aber nicht aus Hunger sondern zur Beruhigung oder weil er Blähungen hatte, die durch das Saugen abgehen. Das war anstrengend, so oft zu stillen, aber es hört irgendwann von selbst auf, zumindest bei den meisten Babys. Dafür hatte ich auch immer ein sehr zufrieden es Baby und wenig Geschrei.
    Hör auf dein Gefühl und auf dein Baby und vertraut deinem Körper. Er wird die Milchmenge dem Bedarf anpassen.
    Noch ein Buchtipp für dich: Das Stillbuch von Hannah Lotropp.

    • Danke für deinen Tipp. Ich habe die Angst, dass er ständig an die Brust will, weil er nicht richtig satt wird. Deshalb habe ich vorallem abends vor dem Schlafen gehen mit Pre zugefüttert. Wir wollen es aber komplett ohne versuchen. Das heißt -> alle Termine absagen 🙂 Das er manchmal das suchen beginnt wenn er sichtlich Bauchweh hat, habe ich auch bereits beobachtet. Manchmal hilft dann auch der Schnuller.
      Liebe Grüße,
      Jasmin

    • Diese Angst teilst du mit vielen Müttern, ist aber völlig unbegründet. Die Brust ist eigentlich nie wirklich leer, die Erfahrung habe ich in den ersten Monaten gemacht. Und Termine mit Baby sind einfach schwierig. Das geht nur, wenn du deinen Kleinen zwingst, sich an deinen Rhythmus anzupassen. Ich finde es viel entspannter und fairer, mein Leben vorübergehend an seins anzupassen. Dadurch ist er zufrieden und ich auch…

  2. Hallo!
    Auch ich kann dir sagen, dass man mit Muttermilch nicht überfüttern kann.
    Außerdem ist Stillen oftmals mehr als nur Essen oder Trinken. Das ist durchaus auch ein Schnullerersatz – weitaus gesünder. Und bei Wachstums- oder Entwicklungsschüben – man nennt es – clustern sie besonders viel.
    Wenn ich mich nicht irre, war um die 4.-6. Woche ein ganz arger Schub. Halt tapfer durch! Nimm dir immer wieder die Zeit mit deinem Sonnenschein, wenn er an die Brust möchte. Verbringt Kuschelvormittage im Bett – im Liegen ist es für die Babies oftmals einfacher zu stilllen.
    Lass den Zwang ein Tagesrhythmus haben zu müssen hinter dir! Das ist wirklich das Schlimmste, was einem schöne Momente mit dem Nachwuchs raubt.
    Es gibt auch viele Beratungsgruppen mit Stillhebammen – vielleicht kannst du dir da Rat und Zuspruch holen?

    Liebe Grüße!

    • Hallo Christina,
      danke für deinen Ratschlag. Wahrscheinlich hat er gerade einen Wachstumsschub, denn die Kleidergröße 56 lassen wir nun auch teilweise schon hinter uns.

      Liebe Grüße,
      Jasmin

  3. Ich würde auch gar nicht danach gehen was angeblich die richtige Menge sein soll. Jedes Baby ist anders & trinkt anders.
    Ich habe meinen Sohn sechs Monate voll gestillt & das war manchmal ziemlich anstrengend.
    Wenn die kleinen einen Schub machen, müssen sie häufig an die brust, um die milchbildung zu stimulieren. Jede zweite oder sogar jede Stunde trinken ist dann keine Seltenheit. Aber eben nur so lange, bis die brust mehr Milch produziert & sich die Zeit zwischen den Mahlzeiten dadurch velrängert. Dann ist ein paar Wochen ruhe. 😉
    & dass ein Baby von der.muttermilch nicht satt wird, ist auch eher selten. Meist haben Mütter nur das Gefühl, weil die Babys so oft an die brust wollen. Aber das erklärt sich eben durch die Schübe.
    Aus der Ferne ist es schwer zu beurteilen, aber ich würde sagen, dass ihr keine fläschchenmilch braucht.
    Deine Hebamme wird schon wissen was zu tun ist. 🙂

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