Mama OUT OF ORDER


Mist.
Mist.
Mist.

Es hat mich erwischt. Ausgerechnet jetzt! Mein Mann ist diese Woche beruflich unterwegs und ich somit auf mich gestellt. Er ist mittlerweile nur noch selten weg und genau jetzt musste es natürlich passieren.
Mittwochnachts um 03:00 Uhr bin ich aufgewacht. Mir war unglaublich schlecht. Ich ging ins Badezimmer, wo ich mich mehrfach übergeben musste. Ich versuchte danach nochmal zu schlafen, aber vergebens. Ich bekam Magenkrämpfe und konnte mich kaum rühren.
Um 08:00 Uhr wachte Oliver auf und ich schleppte meinen müden Körper zu ihm, wickelte ihn, stillte ihn und zog ihn an. Das war für mich ein wahrer Kraftakt. Mir war so schlecht, dass ich ihn immer wieder weglegen musste um ins Badezimmer zu rennen. Oliver verstand das natürlich nicht und war wenig begeistert davon. An diesem Punkt wusste ich, ich brauche Hilfe. Ich rief meinen Mann an und er rief seine Mutter an, doch sie musste leider arbeiten. Dann telefonierte ich mit meiner Mama, auch sie musste arbeiten. Jedoch kam meine Mama auf die Idee meine Oma zu kontaktieren. Sie kam sofort.

Meine Oma brachte mir eine Cola, Salzstangen und Zwieback mit. Ich versuchte ein bisschen was zu trinken und zu essen, doch ich konnte nichts bei mir behalten.
Immer wieder sagte meine Oma ich soll mich hinlegen. Doch das konnte ich anfangs nicht.
Ich weiß, meine Oma geht sehr gut mit Oliver um, doch trotzdem konnte ich irgendwie nicht richtig loslassen. Immer wieder stand ich auf, um nach ihm zu sehen.
Ich erklärte meiner Oma wie Olivers Rhythmus aussieht und wie wichtig das für mich und ihn ist. Ich sagte ihr Dinge wie: er schläft mittags nur durchs Stillen oder Spazierengehen ein, nach dem Essen und nach dem Schlafen spielt er vorerst alleine, wenn er quenglig wird hilft Tragen, mit dem Rücken zum Körper, sodass er etwas sehen kann….und und und….
Es klang fast wie eine Bedienungsanleitung für mein Kind! Während ich ihr alles erklärte, fiel mir das selbst auf und ich wusste, jetzt ist es an der Zeit loszulassen und mich hinzulegen.
Nach einem kurzen Schläfchen, von etwa 30 Minuten, stand ich wieder auf. Zu groß war die Sehnsucht und die Angst, dass mein Baby nicht schläft, womöglich übermüdet ist und es ihm nicht gut geht.
Als ich ins Wohnzimmer kam staunte ich nicht schlecht. Oliver schlief seelig und ruhig, meine Oma saß neben ihm und las gemütlich eine Zeitschrift. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich fest der Meinung, ausschließlich ICH kann Oliver schlafen legen. Nebenbei hat meine Oma noch eine Suppe für mich gekocht und auch alles wieder aufgeräumt. WOW. Ich wurde nicht gebraucht. Sie vorderte mich auf etwas zu essen und mich wieder hinzulegen. Ok, nachdem ich gesehen hatte, sie hat alles im Griff, fiel es mir leichter wieder zu schlafen. Dennoch grübelte ich viel. Ich kam mir tatsächlich sogar etwas blöd vor. Ich erzähle ihr davor noch die „Oliver Bedienungsanleitung“, sie machte alles anders und es funktionierte einwandfrei. HM.
Warum hatte ich solche Zweifel? Meine Oma ist 4fache Mutter, 5fache Großmutter und 2fache Urgroßmutter. Wenn einer weiß, wie man mit Babys umgeht, dann sie!
Ich hatte ganz vergessen, dass mein Oliver zwar seine ganz eigene Persönlichkeit hat, dennoch trotzdem nur ein Baby ist und kein Hightech Computer. Jeder geht mit Babys anderes um und es gibt kein Richtig und Falsch. Es ist alles Gefühlssache. Ich sah, wie gut es Oliver den ganzen Tag ging und bin nun echt beeindruckt, ich kann viel von meiner Oma lernen.

Donnerstag ging es mir Gott sei dank schon wieder etwas besser. Doch richtig fit bin ich noch nicht. Die Magenkrämpfe setzen mich immer wieder außer Gefecht. Aber als Mama hat man nicht lange frei. Also heißt es Zähne zusammenbeißen.

 

Liebe Grüße, Jasmin

1 Kommentar

  1. Ach Mensch du Arme, ich hoffe du fühlst dich ganz bald wieder komplett gut! Richtig toll, wie deine Oma da eingesprungen ist:) mir fällt es als Mutter auch oft schwer "loszulassen" und die Kontrolle abzugeben. Man macht sich eben Sorgen. Umso schöner, wenn man Menschen hat auf die man sich verlassen kann und denen man in solchen Situationen auch das Wertvollste anvertrauen kann, den eigenen kleinen Schatz:)

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