Linas Taufe


Vergangenes Wochenende war es soweit. Unsere kleine Lina Marie wurde getauft. Lange habe ich diesem Termin entgegen gefiebert und dann kam doch alles anders als geplant.

Vor etwa vier Wochen legten wir gemeinsam mit dem Pfarrer einen Termin für die Taufe fest und gingen den Ablauf durch. Wir planten, welche Lieder gemeinsam in Begleitung des Organisten gesungen werden sollten und wir planten ein Lied, welches Alex auf der Gitarre für unsere Lina spielen sollte. Wir entschieden uns für eine angepasste, deutsche Version des Liedes „Halleluja“. Und obwohl weder Alex noch ich schöne Gesangsstimmen haben, entschlossen wir uns, selbst zu singen! Eines ist sicher, damit wird die Taufe allen in Erinnerung bleiben!

Direkt nach dem Termin machte ich mich an die Organisation und Planung. Ich erstellte unsere  Einladungskarten online, kaufte massig Dekoration, suchte nach einem weißen Kleidchen für Lina und meine Vorfreude steigerte sich hierbei von Kauf zu Kauf. 😉

Wie auch bei unserem Sohn wollten wir im Anschluss an die Zeremonie bei uns im Garten grillen, sowie Kaffee und Kuchen essen.
Wir bauten Biertische und Bänke auf, hängten Luftballons im Garten auf und dekorierten die Tische in den Farben rosa und weiß.

Eine Feier zu Hause bedeutet vor allem eines: sehr viel Arbeit. Wieder einmal habe ich das unterschätzt. Ich erinnere mich an die Taufe meines Sohnes und die Worte meines Mannes im Anschluss daran! „Beim zweiten Kind gehen wir in ein Restaurant“ sagte er. Aber mal abgesehen von der vielen Arbeit, ist es Zuhause im Garten einfach viel schöner und wieder ließen wir uns dadurch verleiten. Der größte Vorteil an einer Feier zu Hause ist, dass sie Kinder wunderbar ihren Mittagsschlaf machen können.
Also hieß es: fleißig sein!
Am Samstag holten wir die Biergarnituren bei meinem Großvater ab, ich bereitete eine Tiramisu vor, machte Salate und wir putzten die gesamte Wohnung.
Dabei überkam mich ein leichtes Gefühl von Übelkeit. Der Stress?
Ich ignorierte die eindeutigen Zeichen meines Körpers und rupfte noch das Unkraut aus dem Blumenbeet und ging den Ablauf der Feier zusammen mit Alex durch.

Erschöpft fielen wir am Abend ins Bett. Wo war die ganze Vorfreude auf die Taufe hin?

Der nächste Tag begann für mich um 06:00 Uhr morgens. Mein Magen weckte mich. Ich klagte über Bauchschmerzen und lief im Minutentakt ins Badezimmer. War das die Aufregung?
Ich beschloss jedenfalls, auch diese noch eindeutigeren Anzeichen ebenfalls zu ignorieren, denn ich hatte noch zu viel zu tun. Ich bereitete noch einen weiteren Salat zu, wir frühstückten schnell was und ehe ich mich versah, war es kurz vor 11. Zeit um zur Kirche zu fahren. Ich nahm meine dritte Tablette des Tages und war im Geiste schon beim nächsten Programmpunkt.

Ein Teil meiner Familie rief an und berichtete von Magen-Darm Problemen. Na, klingelt es jetzt?
Nein, immer noch nicht!

Wir trafen uns mit der restlichen Familie direkt vor der Kirche. Während wir uns gerade unterhielten und lachten, sah ich meinen Papa hinter die Kirche rennen. Ich fragte mich, warum er rennt und ging hinterher. Dann sah ich meine Oma, am Boden, sie war zusammengebrochen. Direkt schossen mir die Tränen in die Augen. Ich lief zu ihr, so schnell ich mit Baby auf dem Arm konnte und streichelte ihren Kopf, bis der Notarzt da war. Sie war wenige Sekunden ohne Bewusstsein, wir legten sie in die stabile Seitenlage und die Welt stand kurz still.
Der Pfarrer kam und ich betete für meine Oma.

Nach wenigen Minuten schien es ihr bereits besser zu gehen! Vermutlich war es „NUR“ der Kreislauf. Das Wetter war schwül und sie hatte noch nicht viel getrunken. Der Rettungsdienst nahm sie und meinen Opa mit, um weitere Untersuchungen im Krankenhaus zu machen. Mein Opa hielt uns den ganzen Tag auf dem Laufenden. Es war wohl ein Kreislaufzusammenbruch.

Dann der nächste Schreck. Der derzeit sehr übermütige Oliver sprang von der Stufe vor der Kirche runter. „Hüpfen“, kündige er seinen Sprung noch an. Doch bevor man ihn daran hindern konnte, bremste er bereits mit seinem Gesicht auf dem Boden. Blut. Die Lippe war offen und sein Mund sowie Gesicht voller Blut. Ich kuschelte und beruhigte ihn, der Schmerz ließ nach zehn Minuten nach und auch die Blutung stoppte.

Mit etwa einer halben Stunde Verspätung, Tränen-verschmierter Schminke, einem blutigen Kleid und Bauchschmerzen ging ich dann in die Kirche um meine Tochter zu taufen!

Auch wenn das jetzt wahrscheinlich keiner glauben kann, war es trotz alledem eine schöne Zeremonie! Wie beteten für meine Oma, sangen gemeinsam und Alex und ich überraschten alle mit unserem Lied für Lina.

Im Anschluss fuhren wir nach Hause und feierten im Garten. Wir grillten, aßen, packten die Geschenke aus, tranken Kaffee und dann war’s für mich vorbei. Ich konnte vor Magenkrämpfen kaum noch aufstehen. Alex fuhr in die Notapotheke und besorgte mir Medikamente.

Hier ein paar Bilder meiner perfekt geplanten, unperfekten Taufe.

Das Wichtigste: Unserer Lina hat der Tag sichtlich gefallen! Sie hat den ganzen Tag gestrahlt und die viele Aufmerksamkeit genossen!

Liebe Grüße, Jasmin

1 Kommentar

  1. Wieder wunderschön geworden und man sieht euch nur lachen auf den Bildern. Herrlich. Die kleinen rosanen Fläschchen *lach*

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*






© 2017 Junges Familienglück | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders NorenHoch ↑