Frustration macht sich breit. Wieder wurden leichte Kontraktionen beim CTG festgestellt. Die Tabletten Dosis darf nicht gesenkt werden und ich habe keine Ahnung wann ich nach Hause darf.

Warum werden immer wieder leicht Wehen aufgezeichnet? Meine Blutwerte, Urinwerte, der Muttermund und der Gebärmutterhals, alles sieht super aus. Die Wehen sind Gott sei Dank so leicht, dass ich sie kaum bemerke. Doch weshalb hören sie nicht auf? Am Dienstag sind sie wahrscheinlich durch übermäßigen Stress ausgelöst worden, aber das ist nun 3 Tage her und ich liege seitdem im Bett. Meine Vermutung ist, dass die Wehen von den starken Tritten des Babys kommen könnten. Er ist unglaublich aktiv und ich meine evtl. einen Zusammenhang zu erkennen. Die Ärztin meinte allerdings, dass sie sich das nicht vorstellen kann. Das Rätselraten geht weiter.

Unangenehme Tage. Ausgerechnet jetzt hat es 36 Grad draußen, die Räumlichkeiten des Krankenhauses sind nicht klimatisiert. Ich bin nass geschwitzt. Das liegen wird immer anstrengender. Der Rücken tut weh, die Hüften schmerzen und das Kind drückt in meine Rippen der rechten Körperhälfte. Das einzige was hier Abhilfe verschaffen würde ist aufstehen und eine Runde gehen. Alex und ich konnten bei der Oberärztin 10 Minuten Freigang täglich für mich rausschlagen! Wir sind davon überzeugt, dass ein kurzer, gemütlicher Spaziergang sich nicht negativ auf das Verhalten meiner Gebärmutter auswirkt. Ganz im Gegenteil, beim Spazieren gehen schläft das Kind meist -> keine Tritte. Dass ich damit Recht habe, hat das gestrige CTG am Abend gezeigt. Es wurde direkt nach meinem kurzen Spaziergang aufgezeichnet. Ich war Wehenfrei. Außerdem wirken sich diese 10 Minuten am Tag positiv auf meine Psyche aus. Denn langsam aber sicher fühle ich mich wie in einem Gefängnis. Aber es ist wahrscheinlich das Beste hier zu bleiben, denn Zuhause im Schongang zu laufen fällt mir ja meist recht schwer.

Äußerst positiv kann ich über die Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern des Krankenhauses berichten. Ausnahmslos nett. Wirklich nett. Sie haben sehr viel Empathie und handeln sehr zuvorkommend. Heute Mittag gab es eine Rohrnudel mit Vanillesoße zum Essen, als ich sagte wie lecker sie mir geschmeckt hat gab die Schwester mir einfach eine zweite Portion! Meine Besucher werden hier mit Kaffee und Tee versorgt. Um mir den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, bin ich nach wie vor alleine in einem Zweibettzimmer. Es werden alle anderen Zimmer vor meinem belegt. Ich bin mir sicher, hier möchte ich in drei Monaten mein Baby zur Welt bringen!

Ich muss die Situation jetzt so nehmen wie sie ist. Das ein Krankenhausaufenthalt nichts Angenehmes ist, ist normal. Aber ich kann das Beste daraus machen!

 

Liebe Grüße, Jasmin