Kostbare Erinnerungen


Zu Beginn meiner zweiten Schwangerschaft war für mich klar, ich möchte gegen Ende, wenn die Kugel richtig schön groß und rund ist, ein „Maternitiy Shooting“ machen. In meiner Traumvorstellung stehe ich in einem wunderschönen, bauchbetonten Creme- oder Roséfarbenen Abendkleid auf offenem Feld. Weit im Hintergrund ist eine dichte Front aus Bäumen zu sehen, welche nur vom aufgehenden Sonnenlicht durchdrungen wird und am Boden steigt eine dezente Nebelfront auf.  An meiner Seite mein Mann und mein Männchen, farblich natürlich auf mich abgestimmt und mit bester Laune! Fotografiert werden wir von einer erfahrenen Fotografin mit einem offenblendigen Objektiv für exzellente Tiefenunschärfe.
Man wird ja wohl träumen dürfen….

Ihr wisst ja, die Schwangerschaft verläuft leider nicht ganz ohne Komplikationen, daher war dann doch relativ früh klar, dass ich wohl kein professionelles Shooting wahrnehmen kann. Meine tägliche Zeit außerhalb des Bettes oder der Couch ist aufgrund von immer wiederkehrenden starken Kontraktionen zu begrenzt. Außerdem kommt mit Schmerzen auch nicht die Stimmung auf, welche ich mir so sehr für diese Schwangeschaft gewünscht hätte.
Also beschlossen wir, kein Famlienshooting zu machen. Etwa alle zwei Wochen fotografiere ich kurz meinen Bauch im Garten, um mich später an den wachsenden Bauchbildern zu erfreuen. Ansonsten verzichte ich auf aufwendige Fotos. Es muss aktuell eben immer schnell und ohne Anstrengung erfolgen. Meine Kraft investiere ich doch lieber in meinen Sohn und einen Spielplatzaufenthalt mit ihm.

Vor wenigen Tagen kam die Sonne raus. Es tut mir so gut, meine Zeit im Garten in der Sonne zu verbringen. Ein paar Freunde waren zu Besuch und wir aßen selbstgemachtes Himbeer Eis, genossen den Tag und als ich von meinem geplatzten Fototraum sprach, bot ein Freund uns an, jetzt direkt ein paar Schnappsschnüsse von uns drei im Garten zu schießen.
Ich war weder hergerichtet, noch sind wir farblich aufeinander abgestimmt. Mein Mann trug ein Shirt mit meinem Spruch, mein Sohn hatte sein Himbeer Eis auf seinem Shirt verschmiert und ich hatte somit keinerlei Erwartungen an die entstehenden Bilder.
Aber ok, ich ließ mich schließlich überreden. Wir stellten uns in den Garten, Alex nahm den kleinen auf die Schulter und wir machten fünf Minuten lang Bilder.

Es waren fünf sehr schöne Minuten! Ich bin froh, dass wir es gemacht haben!
Oliver sitzt gerne auf der Schulter, pflückt gerne Blümchen, küsst mich mit Vorliebe mit weit offenem Mund und wir lachen miteinander. Die Bilder zeigen uns einfach so, wie wir sind und vielleicht muss es überhaupt nicht das perfekt geplante Shooting an einem besonderen Ort mit gestellten Posen sein!
Vielleicht erinnere ich mich später lieber anhand der Bilder in unserem Zuhause, wo wir zu sehen sind, wie wir eben sind. Sportlich gekleidet, mit Eis Flecken, nerdigen Spruch Shirts, herunterhängendem, ungestyltem Haar und in den immer gleichen Turnschuhen. Doch mit Liebe füreinander im Gesicht.
Denn wenn ich eins weiß, dann dass ich meine kleine Familie mehr Liebe, als alles andere auf der Welt! Und zwar genau so, wie wir eben sind. Nicht perfekt, aber voller Lebensfreude.

 

Liebe Grüße, Jasmin

2 Kommentare

  1. Ganz ehrlich? Die Fotos sind wunderschön und ich kann mir kaum vorstellen, dass deine oben beschriebene Vorstellung das überbieten könnte. Sie sind so authentisch und ehrlich, zeigen Euch wie ihr seid als Familie und vor allem, wie glücklich ihr seid. Das ist so schöN!!!

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