Eine Woche alleinerziehend


Wie ihr seht, seht ihr nichts. 🙂 Für gewöhnlich schreibe ich ca. 2-4 Posts in der Woche. Nicht so vergangene Woche. Ich kam zu nichts.
Zu dem Job meines Mannes gehört gelegentliches Reisen. Er arbeitet als Teamleiter in einer IT-Firma. Sie installieren und konfigurieren Videokonferenzanlagen in großen Firmen mit weltweiten Standorten. Früher, als Alex noch IT-Servicetechniker war, war er sehr viel unterwegs. Jetzt als Teamleiter gott sei dank eher selten. Aber es kommt vor.
Unser Sohn ist jetzt 6 Wochen alt und ich war das erste mal komplett mit ihm alleine.

Säugling mit Bauchschmerzen

Wie es der Zufall so will, kam in der Woche alles anders als geplant. Sonntagabend, als wir gegen 23 Uhr schlafen gingen, bekam Olli schreckliche Bauchschmerzen. Er streckte sich und zuckte danach zusammen, schrie wie am Spieß! Alex musste am Montagmorgen um 4 Uhr aufstehen und zum Flughafen fahren, daher wanderte er um 2 Uhr in der früh auf die Couch aus. Ich saß die komplette Nacht mit Olli im Bett. Ich habe ihm ein Kümmel Zäpfchen für Säuglinge gegeben und ihm Sab Tropfen verabreicht (sie entschäumen die Milch im Magen-Darm Trakt und helfen damit übermäßige Luft- und Gasansammlungen aufzulösen). Ich habe ihn im Fliegergriff gehalten und ihm vorgesungen. Ich kann wirklich sagen, ich habe alles versucht. Trotzdem hatte er über 4 Stunden Bauchschmerzen. Er hatte schon öfter mal ein bisschen Bauchzwicken aber kein Vergleich zu Sonntagnacht! Als er endlich geschlafen hatte, kam nach einer Stunde bereits sein Hunger! OH NEIN. Ein Kreislauf. Alles ging wieder von vorne los! Ein super Start in meine „alleinerziehend“ Woche!

Montag

Tag1 allein daheim. Eine total übermüdete Mama und ein schlecht gelauntes, übermüdetes Baby mit Bauchschmerzen. Aus Verzweiflung und Angst, dass Olli etwas ernstes haben könnte, habe ich beim Kinderarzt angerufen. Sie sagten, ich sollte mit ihm vorbeikommen. Jetzt mag der ein- oder andere denken, dass das übertrieben sei. Mag sein. Aber mein Kind hat noch nie zuvor so geschrien und ich wollte auf Nummer sicher gehen.
Die Ärztin tastete seinen Bauch ab und sagte, er sei verhärtet und gebläht. Sie fragte mich was ich gegessen habe. Hm. Lasagne mit viel Käse, ein paar Lebkuchen und eine heiße Schokolade. PUH, als ich es ausgesprochen hatte wurde mir selbst bewusst, dass ich vielleicht an der Misere Schuld trage. Die Ärztin bestätigte das! Sie sagte, ich solle auf Milchprodukte verzichten! OH Gott, ich liebe Milch! Jetzt wird mir alles klar. Ich habe meinem Kind diese Schmerzen zugefügt. Sie sagte, ich solle heute nur noch mit HA PRE Milch zufüttern und erst morgen wieder stillen. Ich bin direkt mit ihm zum DM gefahren und habe Milchpulver gekauft. In der Apotheke habe ich noch einen Einlauf abgeholt. Den habe ich ihm allerdings nicht gegeben, es war nicht mehr notwendig.

Dienstag

Ich hatte meinen alten Olli zurück! Meinen kleinen gute Laune Bär! Er hat in der Nacht 6 Stunden am Stück geschlafen. Wir haben das beide wirklich gebraucht! Nach einem kurzen Snack (140ml. HA PRE) hat er nochmal 4 Stunden weitergeschlafen. In der Früh war er quietsch vergnügt. Ich konnte mich endlich mal wieder kurzzeitig um mich selbst kümmern. Duschen, gesund Frühstücken, Fenchel Tee trinken! Viel Fenchel Tee. Am Nachmittag bin ich dann mit ihm ins Einkaufszentrum gefahren. Wir haben dort meinen Bruder getroffen. Er ist gerade mit seinem Studium fertig geworden und tritt nächste Woche eine Arbeitsstelle an. Wir haben Business Kleidung gekauft, Kaffee getrunken und sind am Abend noch was essen gegangen. Olli war seelig. Am Abend fing ich wieder mit dem Stillen an. Ich habe sehr auf meine Ernährung geachtet und gehofft, dass alles gut geht und er keine Schmezen mehr bekommt.

Mittwoch

Es hat geklappt! Keine Schmerzen. Ich meine hin- und wieder mal ein kleines Zwicken, aber das ist in den ersten 3 Monaten ganz normal und damit kommen wir klar.
Ich besuchte meine Großeltern mit ihm und wir haben gemeinsam zu Abend gegessen.

Donnerstag

Alltag. Wir kauften ein, ich kochte mir ein gesundes Essen. Olli war recht anstregend, er wollte beinahe durchgehend getragen werden. Ich kam zu nichts anderem. Schon alleine zu essen, ohne Äffchen auf dem Arm, war eine Herausforderung. Ich denke ich benötige ein Tragetuch!
Am Abend habe ich mich noch mit 3 Freundinnen getroffen. Wir haben zusammen gegessen. Ich kenne die drei schon mein ganzes/halbes Leben. Eine ist bereits eine Sandkastenfreundin, die anderen beiden kenne ich seit dem Kindergarten. Es war ein wunderbarer Abend! Olli hat 3/4 des Treffens friedlich verschlafen. Somit war ich sehr entspannt.

Freitag

Diesen Tag empfand ich in etwa wie Montag. Als Stress pur. Olli wachte nach einer mittelmäßigen Nacht sehr schlecht gelaunt auf. Die Reihenfolge verlief in etwa so: Stillen, Olli baden, wickeln, anziehen. Mama ist dran. Schön wärs. Duschen und anziehen in Rekordzeit, zum Essen hatte ich keine Zeit mehr und Olli kein Verständnis mehr. 🙂 Ich hatte einen Termin beim Frauenarzt. Da passierte es. Das, wovor ich immer Angst hatte. Ein schreiendes Kind im Wartezimmer. Bauchschmerzen, eindeutig. Dann krachte es lautstark in seiner Hose und das Kind war wieder gut gelaunt. Im Gegensatz zu den Leuten im Wartezimmer. 🙂 Endlich wieder zuhause, wurde es an der Zeit zu essen. Kennt ihr das? Mit Kind muss alles immer schnell gehen? Was geht schnell, ist gesund und gut verträglich für mein Kind? Ich brauche neue Rezepte.
Am Abend kam mein Mann endlich wieder nach Hause und ich bin froh, dass diese stressige Woche vorbei ist.

Ich habe meinen Mann diese Woche sehr vermisst. Wir machten jeden Abend
vor dem Schlafen gehen eine kurze Videokonferenz. Wir erzählten uns
ausführlich unseren Tag und spielten etwas mit dem kleinen. Olli hat mehrfach in den Bildschirm geschaut, aber ich denke es war eher
Zufall.

Für gewöhnlich arbeitet mein Mann ca. von 9 Uhr – 17:30 Uhr. Er ist meistens zwischen 18 und 19 Uhr zuhause und nimmt mir den kleinen ein Bisschen ab. Ich kann dann in Ruhe kochen, wir essen zusammen und ich kann gemütlich ein Bad nehmen und etwas lesen. ich brauche diese 1-2 Stunden Auszeit täglich, um mich selbst nicht zu vergessen und zu vernachlässigen.

Ich habe großen Respekt vor allen alleinerziehenden Frauen und Männern!

 

Liebe Grüße, Jasmin

3 Kommentare

  1. Respekt auch an dich =) Ich finde das auch gar nicht so einfach, mal eine längere Zeit mit Baby/Kleinkind auf sich allein gestellt zu sein. Haben wir vor kurzem auch so erlebt, als mein Mann für eine Woche im Krankenhaus war. Da kann man echt froh sein, dass man zu zweit ist mit all den Aufgaben als Eltern =) Und natürlich wächst auch der Respekt vor Alleinerziehenden.

  2. Hatte mich schon gewundert was los ist 😉

  3. Oh je, das klingt echt anstrengend! Mein Mann war in letzter Zeit auch öfter mal ein paar Tage weg, aber dafür ist die liebe Oma dann zwischendurch hergekommen. Wirklich anstrengend! Aber jetzt hast du's ja hinter dir! 🙂

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