Es gibt so Tage, an denen klappt einfach nichts. Heute war so ein Tag. Alles, was ich angefasst oder getan habe, war zum Scheitern verurteilt. So sehr, dass Alex und ich gerade hier saßen und herzhaft darüber lachen mussten. Manchmal muss man es mit Humor nehmen!

Aber seht selbst.

08:15 Uhr
Verschlafen…was ist los mit meinem Kind? Für gewöhnlich können wir uns auf ihn verlassen. Er weckt uns täglich zwischen 07 und 07:30 Uhr.
Ich will mich nicht beschweren, denn ich bin heilfroh, dass Oliver so gut schläft. ABER 13 Stunden?
Der Papa huschte gleich ins Bad, denn er wollte eigentlich bereits im Büro sein.

Ich stillte Oliver und es klingelte bereits an der Haustüre. Der Wasserableser und der Hausmeister hatten sich angekündigt. Wir wissen seit mehreren Wochen, dass heute unsere Wasserzähler getauscht und vier Rauchmelder installiert werden sollten.Umso peinlicher war es mir, derart verschlafen auszusehen. Oliver musterte die Herren genau und beobachtete unglaublich interessiert, was sie machten. Doch als sie anfingen, in unsere Betondecken zu Bohren, bekam er Angst und weinte. Dieses unangehme laute Geräusch schüchterte ihn ein und er klammerte sich an mir fest. Ich verließ mit ihm den Raum, doch das Bohren war so laut, dass er immer wieder erschreckte. Das zerbrach mir fast das Herz.
Ich war so froh, als es vorbei war, doch da wusste ich nicht, wie laut das Bohren in den Nachbarswohnungen bei uns zu hören ist…

Oliver hing an mir wie ein Äffchen. Er zuckte immer wieder, war total sensibilisiert auf das Bohrgeräusch.

10:30 Uhr
Oliver schlief beim Stillen ein und ich legte ihn vorsichtig in seinen Laufstall. Genau dann bohrten sie direkt in der Wohnung neben unserer. Niemand, wirklich niemand möchte nach 2 Minuten Schlaf so geweckt werden. Vorallem aber kein Baby, das dieses Geräusch nicht nachvollziehen und einordnen kann.

Nachdem ich ihn beruhigen konnte, legte ich ihn direkt in den Kinderwagen und wir ergriffen die Flucht nach draußen. Oliver spielte vergnügt mit seiner Decke, seiner Jacke, seinem Spucktuch und brabbelte, nur an Schlafen dachte er nicht mehr. Nach einer Stunde, ich war bereits fast wieder Zuhause, denn ich hatte die Hoffnung verloren, schlief er ein.
Nachdem ich allerdings noch nichts gegessen oder getrunken hatte, drehte ich nicht mehr um. Ich wollte den Kinderwagen einfach in den Flur stellen, damit Oliver weiterhin schlafen konnte.

11:40 Uhr
Zuhause, oder auch nicht. Als ich die Hausgangstüre aufsperrte und gerade mit dem Kinderwagen hineinfahren wollte, sah ich, dass direkt vor meiner Eingangstüre ein Vogel saß.
Ich bin total erschrocken und gleich wieder Rückwärts raus.
Das mag jetzt total lächerlich klingen, aber ich war tatsächlich nervös und wusste erstmal nicht so recht was zu tun ist.

Ich stellte den Kinderwagen draußen hin, machte die Hausgangstüre auf und hoffte der Vogel fliegt raus, aber falsch gedacht. Er bewegte sich keinen Zentimeter.

Ich beschloss, die Türe aufzulassen und noch eine Runde um den Block zu gehen.
Ich denke ich war etwa weitere 15 Minuten unterwegs.
Als ich wieder Zuhause war, saß der Vogel immer noch direkt vor meiner Türe!

Ich sage mit Absicht nicht um welche Vogelart es sich genau handelte, denn alle, denen ich dies erzählte, haben sich leicht über mich lustig gemacht. (Oh ein süßes Tweet Tweet oder ein putziges Vögelchen).
Sagen wir einfach es war ein rießiger, gefährlicher Vogel, ok?

Todesmutig ging ich auf den „Adler“ zu und schob die Fußmatte in seine Richtung. Dann ist das passiert, was die logische Konsequenz daraus war, und gleichzeitig meine größte Angst. Er Flog in meine Richtung!!! Ich schrie kurz auf, der Vogel flog raus und Oliver war wach. Sehr wach und äußerst beunruhigt.

12:15 Uhr
Oliver hungrig, ich hungrig, durstig, alles.
Ich kochte Olivers Brei aus Kartoffeln, Karotten, Fenchel und Haferflocken. Das für mich nichts anderes im Haus war, ist an einem Tag wie diesen klar, oder? Naja, wenigstens war es gesund!

13:20 Uhr
Ich hatte einen Termin in der Innenstadt und fuhr mit Oliver los. Ich hoffte, er macht seinen Mittagsschlaf heute einfach im Auto. NOPE, 10 Minuten.
Der Verkehr in der Stadt war brutal, viel schlimmer war jedoch die Suche nach einem Parkplatz. Als ich endlich einen gefunden hatte, war ich bereits zu spät. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, keinen Parkplatz vor der Tür zu bekommen und nahm meine Babytrage mit, damit ich die Autoschale nicht so weit tragen musste. Hektisch stiefelte ich los.

Was jetzt kommt ist kein Witz! Sowas ist mir wirklich noch nie zuvor passiert. Direkt nach dem Termin rief ich Alex an, um ihn davon zu berichten. Ich hatte Oliver in der Trage und ging die Straße entlang, bog rechts ab Richtung Auto. Als ich nach 10 Minuten mein Auto noch nicht sah, wurde ich stutzig. Bin ich in der falschen Straße? Ich beendete das Telefongespräch, denn ich musste mich auf meinen Weg konzentrieren. Bin ich falsch abgebogen? In welcher Straße habe ich eigentlich geparkt? Ich habe mein Auto nicht mehr gefunden. Das ganze hat mich über 20 Minuten gekostet.

16:30 Uhr
Mein Opa feiert morgen seinen 77tigen Geburtstag, wir fuhren zum Einkaufen und suchten ewig nach einem passenden Geschenk. Oliver und ich waren jedoch unmotiviert und nicht in Shopping Stimmung. Am Schluss kauften wir einen Gutschein…

Danach wollte ich direkt in die Kirche weiterfahren, um einen Termin für Olivers Taufe zu machen, aber darf man im Pfarrbüro sein Baby stillen? Eigentlich stille ich Oliver mittlerweile fast überall, doch heute fühlte ich mich unsicher.

17:30 Uhr
Zuhause Stillen

18:50 Uhr
Ich fuhr ins Pfarrbüro. Es hat Dienstags immer von 17-19 Uhr geöffnet. Nicht so heute, der Pfarrer hat Urlaub.

19:30 Uhr
Alex kam heim und ich war so froh darüber. Ich erzählte ihm meinen tollen Tag und wir beschlossen uns etwas zu Essen zu bestellen.
Der restliche Abend war nun eigentlich ganz schön, aber ich fühle mich doch geplättet und hoffe, der morgige Tag wird wieder etwas „normaler“.

Gute Nacht.

 

Liebe Grüße, Jasmin