Endlich.

Die Sprechstundenhilfe fragte mich am Telefon wann der letzte Tag meiner Regel war. Ich sagte ca. Anfang Januar. Sie gab mir den Termin erst am 24.02 mit der Begründung man würde davor noch nichts sehen. Also hieß es warten. Wie quälend das ist kann man sich ja vorstellen. Wir hatten 100 Fragen. Werden wir wirklich Eltern, ist alles in Ordnung, darf ich noch Sport machen, was sollte ich essen und was sollte ich lieber meiden. Gott sei Dank gibt es Google. 🙂 Ein paar unserer Fragen konnten wir somit stillen.

Den Termin hatte ich erst um 16 Uhr. Ich war den ganzen Tag ziemlich nervös und war froh als ich endlich dort war. Als erstes musste ich eine Urin Probe abgeben. Im Anschluss begrüßte mich die Ärztin. Sie gab mir leider von Anfang an das Gefühl nur wenig Zeit für mich zu haben, was ich als sehr schade empfand. Ich zog mich aus und setzte mich auf den Stuhl und sie machte einen vaginalen Ultraschall. JAAA tatsächlich Schwanger! Ich konnte unser Baby auf dem Monitor sehen und das Herz das bereits schlug. Die Ärztin datierte die Schwangerschaft auf die siebte Woche. Als Geburtstermin legte sie den 12.10.15 fest. 🙂 1000 Gefühle durchströmten meinen Körper.

Im Anschluss setzte die Ärztin sich kurz mit mir hin, übergab mir eine Tüte mit einigen Aufklärungsheften rund um die Schwangerschaft. Aufgrund mehrfacher Behinderungen in meiner Familie fiel sie direkt mit der Tür ins Haus und schlug mir eine Chorionzottenbiopsie und eine Fruchtwasseruntersuchung vor. Ich sollte mich mit meinem Verlobten darüber unterhalten ob wir das Kind behalten wollten oder entfernen wollen sollte es eine Behinderung haben? BITTE WAS? Vor nicht einmal 10 Minuten war ich noch überglücklich mein Kind auf dem Monitor zu sehen und jetzt sollte ich über so etwas nachdenken? Was ist eine Chorionzottenbiopsie und was ist eine Fruchtwasseruntersuchung, wie viele Leute nehmen diese Leistungen in Anspruch und wie hoch ist mein Risiko? Diese Fragen wurden nicht beantwortet. Sie hatte keine Zeit…Sie übergab mir einen Flyer einer Klinik die diese Untersuchungen durchführen und ich sollte mich auf deren Homepage darüber informieren. Das war’s? Ja.

Die Sprechstundenhilfe nahm mir noch Blut ab (beim dritten Mal Stechen) übergab mir meinen Mutterpass und vereinbarte mit mir den nächsten Termin für ihn 4 Wochen.

Enttäuscht verließ ich die Klinik und berichtete Alex zuhause davon.

Die darauffolgenden Tage lasen wir ziemlich viel im Internet über diverse Zusatzuntersuchungen. Die von der Ärztin erwähnte Chorionzottenbiopsie und die Fruchtwasseruntersuchung bergen ein Risiko, dass ein gesundes Baby dabei verloren gehen kann. Das würden wir uns nie verzeihen.

Wir lasen über eine Nackentransparenzmessung, diese Untersuchung ist lediglich ein verbesserter Ultraschall. Wir entschieden uns ausschließlich diese Untersuchung durchführen zu lassen und wirklich nur wenn hier ein schlechtes Ergebnis rauskommt werden wir über andere Untersuchungen nachdenken. Ich bin 24 Jahre alt, körperlich in einem guten Zustand und wir rechnen mit einem gesunden Baby und einer unkomplizierten glücklichen Schwangerschaft.

 

Liebe Grüße, Jasmin