Day in the Life


Einsicht in meinen Alltag mit einem vier Monate alten Baby.

Nach meinem letzten „Oliver Monatsupdate“ erhielt ich eine liebe E-Mail von Lena. Sie ist hochschwanger mit ihrem ersten Baby und kann sich noch gar nicht so genau vorstellen, wie der Alltag mit einem Baby aussieht. So hat sie mich gebeten, Einsicht in einen gewöhnlichen Tag zu gestatten.
Ehrlich gesagt, ich hatte das eh schon längst geplant und es wurde Zeit dies umzusetzen!

Ich erinnere mich noch genau an die ersten Wochen mit
Oliver alleine zuhause. Mein Mann war arbeiten und auch viel
geschäftlich unterwegs. Somit war ich ganz auf mich gestellt. 1 Uhr
Nachts stillen, 4 Uhr Nachts stillen, 7 Uhr aufstehen. Stundenlang Olli
tragen, immer und immer und immer wieder anlegen, Windeln wechseln, mit
ihm spazieren gehen, damit ER schlafen kann.^^
Ich fühlte mich
teilweise richtig ausgelaugt. Ich kam zu nichts. Keine Zeit zu kochen,
keine Zeit ausgewogen zu Essen, keine Zeit zum frisch machen.
Ich
fragte mich, ob das jemals besser wird. Und JA, ich kann alle schwangeren
Frauen und Frauen mit frischgeborenen Babys beruhigen.
Jedes Kind entwickelt einen Rhythmus und wenn ihr diesen kennengelernt habt, bleibt wieder Zeit für sich selbst und andere Dinge.
Oliver war 6 Wochen alt, als er anfing durchzuschlafen und auch tagsüber einen Rhythmus gefunden hatte. Seitdem würde ich sagen „läuft bei uns“.

Willkommen in unserem Alltag.

07:40 Uhr
Oliver ist aufgewacht. Da er bereits in seinem eigenen Zimmer schläft, hören wir ihn über das Babyphone. Oliver wacht in der Regel sehr gut gelaunt auf. So auch diesen Morgen. Wir hörten ihn quieken und brabbeln.
Unser Sohn ist unser Wecker. Mein Mann Alex hat Gleitzeit und kann sich seinen Tag so einrichten, dass er unseren Sohn morgens, bevor er zur Arbeit fährt fertig macht.
Er macht Oliver sauber, wechselt ihm die Windeln und zieht ihm seine Alltagskleidung an. (Welche ich am Vorabend rausgelegt habe).

07:50 Uhr
Alex bringt mir Oliver ins Schlafzimmer zum Stillen.


08:00 Uhr
Das Kind ist satt und nach einer guten Nacht wie dieser sehr gut gelaunt. Ich lege Oliver in sein Bettchen unter sein Mobile und gehe ins Badezimmer. Duschen, Haare waschen, anziehen, Haare föhnen…etc. Ich weiß, dass ich max. 30 Minuten dafür Zeit habe! Also ein gemütlicher Morgen sieht anders aus.
Oliver ist morgens sehr geduldig und spielt brav in seinem Zimmer. Die Türen lasse ich auf, sodass ich ihn hören kann. Alex ist zu diesem Zeitpunkt im Wohnzimmer und frühstückt noch, bevor er ins Büro fährt. Sollte Oliver die Situation plötzlich missfallen, ist somit sofort jemand bei ihm.

08:35 Uhr
Meine liebste Zeit des Tages. Playtime.
Ab jetzt steht Oliver voll und ganz im Mittelpunkt. Wir spielen gemeinsam im Wohnzimmer. In letzter Zeit üben wir viel das Greifen von Spielsachen. Wir kuscheln zusammen und genießen unseren Vormittag in vollen Zügen.
Da ich noch nicht gefrühstückt habe (warum seht ihr gleich noch) esse ich nebenbei schnell eine Banane oder einen Apfel. Das reicht mir, um die Zeit bis zu meinem Frühstück zu überbrücken. Jeden Vormittag trinke ich dazu eine Kanne Fencheltee. Angefangen hatte ich damit, als Oliver im ersten Monat Bauchschmerzen bekam. Mittlerweile hat er keine Probleme mehr, doch ich habe mich an meine Kanne Tee gewöhnt und behalte dies bei.

09:30 Uhr
Oliver wird langsam quengelig. Er wird müde.
Ich wechsel ihm seine Windel.
Von unserer Kinderärztin habe ich den Rat bekommen, Oliver nach dem Wickeln noch ein wenig ohne Hose spielen zu lassen. Vorallem ohne Socken. Dadurch sollen die Fußreflexe besser gefördert werden. So lasse ich mir mit ihm am Wickeltisch besonders viel Zeit und wir spielen mit seinen Füßen.

09:45 Uhr
Zeit für Olivers zweites Frühstück. Ich stille ihn jeden Tag zu dieser Uhrzeit. Er schläft an dieser Stelle immer ein! Sein Vormittagsschlaf. Sein Rhythmus, an den ich unserer Aktivitäten angepasst habe.

10:00 Uhr
Oliver schläft.
Ich lege ihn vorsichtig in seinen Laufstall im Wohnzimmer. Bewusst liegt Oliver so nah am Rand. Wenn ich Oliver in die Mitte des Laufstalles lege, wacht er bereits nach wenigen Minuten wieder auf. Liegt er nah am Rand, fühlt er sich geborgener und hat einen besseren Schlaf. Paul der Stoffbär berührt ebenfalls bewusst seinen Kopf. Es ist eine Wissenschaft für sich. 🙂

10:01 Uhr
Ich habe Pause.
Zeit für mich zu frühstücken und zu entspannen. An den meisten Tagen esse ich während Ollis Vormittagschlaf vier Toastbrote mit verschiedenen Aufstrichen. Heute gab es zwei Brote mit Salami und zwei Brote mit Aprikosen Marmelade. Währenddessen lese mit dem IPad verschiedene Blogs und stöbere auf verschiedenen Mode Seiten. Meist Babyseiten!

11:05 Uhr
Oliver ist wieder wach. Er ist gut gelaunt, lacht und brabbelt. Ich kuschel ihn kurz und nutze seine neu erworbene Geduld, welche er nach einem guten Schläfchen hat, um den Haushalt zu machen. Ich lege Oliver unter seinen Spielbogen.
Zu dieser Zeit mache ich meistens den Haushalt. Heute sauge ich die Wohnung, hänge die Wäsche ab, wasche neue Wäsche, räume den Geschirrspüler aus, wische den Wohnzimmertisch ab und gieße unsere Pflanzen.
Heute lässt Oliver mich das alles stressfrei machen. An manchen Tagen möchte er überall dabei sein, dann nehme ich ihn in mein Tragetuch. In der Regel ist er aber nach dem Schlafen sehr tolerant und beschäftigt sich mit seinen Spielsachen.

11:45 Uhr
Ich bin fertig mit dem Haushalt und wechsel Olivers Windel.
Wir spielen etwas am Wickeltisch.

12:00 Uhr
Stillen, Bäuerchen und viel Kuscheln.

12:15 Uhr
Playtime.
Ich könnte den ganzen Tag mit ihm spielen und quatsch machen!

12:45 Uhr
Spaziergang.
Oliver schläft beim Mittagsspaziergang immer ein. Wir gehen fast immer die gleiche Strecke, ca. 25 Minuten, dann gehe ich noch zum Einkaufen. Heute in den Drogeriemarkt, Windeln kaufen und in den Supermarkt, ein paar Dinge fürs Essen kaufen.

13:30 Uhr
Wieder Zuhause vom Spaziergang und Einkauf.
Ich schiebe den Kinderwagen in unseren Flur, ziehe Oliver ganz vorsichtig seine Mütze aus und öffne seinen Schneeanzug. Er schläft seelig weiter. Ich bin so froh im Erdgeschoss zu wohnen, denn rausnehmen aus dem Wagen würde ihn aufwecken. Wir handhaben das beinahe täglich so, allerdings wacht er oftmals nach wenigen Minuten wieder auf. Sobald ich Olli höre, gehe ich schnell in den Flur und schiebe den Kinderwagen vor- und zurück, meist ca. 10 Minuten. Dann schläft er weiter.

13:35 Uhr
Kochen, Essen, Pause für Mama.
Während Oliver schläft, koche ich mir heute Tortellini mit einer Käse-Sahne Soße mit Spinat und Schinken. Nicht gesund, aber super lecker!
Ich esse und schaue dabei eine Sendung im Fernsehen an.

15:00 Uhr
Oliver schläft noch immer, doch ich muss ihn aufwecken, denn nun kommt unser Nachmittagsprogramm. Wir unternehmen beinahe jeden Nachmittag etwas. Zum einen, weil mir ansonsten die Decke auf den Kopf fallen würde, und zum anderen weil wir einen sehr großen Freundes- und Familienkreis haben, die uns alle gerne sehen wollen. Entweder wir besuchen jemanden, oder bekommen Besuch oder gehen Shoppen etc. Bei uns muss jeden Tag etwas passieren. Natürlich angepasst an Olivers Rhythmus.
Ich wecke ihn sanft auf, wechsel ihm seine Windel und stille ihn nochmal bevor wir das Haus verlassen.

15:20 Uhr
Abfahrt.
Heute besuchen wir eine Freundin, die ebenfalls einen kleinen Sohn hat. Sie wohnt nicht weit entfernt.
Wir
essen Krapfen, unterhalten uns, ich stille Olli und wechsel vor Ort auch seine Windel.
Wir hatten einen sehr schönen Nachmittag.

18:00 Uhr
Fahrt nach Hause.
Oliver ist müde und schläft während der kurzen Autofahrt ein.

18:15 Uhr
Zuhause.
Wir sind zeitgleich mit dem Papa Zuhause angekommen.
Oliver ist in der Wohnung nach seinem 10 Minuten Schläfchen wieder aufgewacht und begrüßt erstmal seinen Papa.

18:30 Uhr
Ich habe Olli um 17:00 Uhr bei meiner Freundin das letzte Mal gestillt. Am Abend verkürzen sich die Abstände zwischen den Mahlzeiten, daher stille ich ihn nochmal.

18:45 Uhr
Ich lege Oliver zum Spielen auf seine Decke. Alex und ich essen gemeinsam zu Abend. Oliver braucht sehr viel Abwechslung, daher lege ich ihn nicht immer unter seinen Spielbogen oder in den Laufstall. Meist sind es die einfachen Dinge, die ihn begeistern. Heute ist es unser Drachenbaum. Noch schnell ein OBall daran befestigt und das Kind ist beschäftigt.
Für meinen Mann und mich ist es sehr wichtig, gemeinsam zu Abend zu essen. Wir erzählen uns dabei unseren Tag und können so abschalten.

19:05 Uhr
Wir räumen schnell gemeinsam die Küche auf und Alex spielt noch etwas mit Oliver.

19:30 Uhr
Schlafenszeit für Oliver.
Alex macht ihn sauber, wechselt seine Windel und zieht Oliver seinen Schlafanzug sowie seinen Schlafsack an. Dabei brennt ausschließlich das Licht im Flur, damit Oliver etwas runterkommt. Er weiß genau, dass jetzt Schlafenszeit ist.

19:45 Uhr
Ich stille Oliver und singe dabei jeden Abend „Can you feel the love tonight“ von Elton John. In Olivers Zimmer ist es recht dunkel, da wir nur das Licht aus dem Flur verwenden und die Türe anlehnen.
Oliver schläft ein meistens beim Stillen ein. Ich lege ihn in sein Bett, schalte das Babyphone sowie seine Sicherheitsmatte ein und verlasse das Zimmer. Oliver wacht meist nochmal kurz auf, schaut allerdings nur friedlich rum und schläft von alleine wieder ein.

20:00 Uhr
Feierabend.
Wenn unser Kind im Bett ist, schauen wir meist noch einen Film an.
Heute allerdings blogge ich und der Fernseher läuft nebenbei.
Mein Mann ist so lieb und ist zu McDonalds gefahren und hat mir noch ein McSunday geholt. 🙂

Wir hatten heute einen entspannten und schönen Tag, ganz ohne weinen, oder übermäßiges quengeln. Das funktionierte nicht immer so gut. Ich habe meinen kompletten Alltag an meinen kleinen Sohn angepasst und für uns ist ein geregelter Ablauf unglaublich wichtig. So wissen Oliver und ich immer was als nächstes passiert und auch Olivers Schafenszeiten haben sich fest eingespielt.
Jeden Tag stehen wir zur gleichen Uhrzeit auf. Ich stille beinahe zu den gleichen Uhrzeiten und die Schlafenszeiten sind zu 90 % so wie am heutigen Tage. Wie bereits beschrieben unternehmen wir in der Regel jeden Nachmittag, nach seinem Mittagschlaf etwas. Auch das ist für Oliver und mich enorm wichtig. Für mich ist es ein Ausgleich zum Alltag und für Oliver ist es schön viel verschiedenes zu sehen und er genießt es extrem von meiner Familie und meinen Freunden betüddelt zu werden.
Ich hoffe ich konnte dir, liebe Nina einen guten Einblick in einen gewöhnlichen Wochentag mit einem vier Monate alten Baby geben. Ich möchte allerdings nochmal betonen, dass dieser Tag heute äußerst positiv verlief und es nicht immer so ist und vorallem nicht immer so war! Die ersten drei Monate mit Oliver bin ich teilweise zu nichts im Haushalt gekommen und war froh wenn ich selbst satt war.
Ich werde diese „Day in the Life“ Posts nun öfter mal machen.

 

Liebe Grüße, Jasmin

4 Kommentare

  1. Sorry, Jasmin – ich mag dein Blog und gönn dir das Glück aber dein Alltag ist sowas von gar nicht repräsentativ. Ich kenne keine Mutter, bei der es nur annähernd so gut läuft.
    Ich will das nur mal gesagt haben für alle, die diesen Post lesen und sich falsche Vorstellungen machen, wie es mit Baby werden wird oder denken, bei ihnen läuft was falsch…

    • Jasmin

      28. Januar 2016 at 21:42

      Hallo Rubbelmama,

      danke für deine offenen Worte, das zeigt mir dass der lange Eintrag tatsächlich bis zum Ende gelesen wird und sich Leute Gedanken darüber machen. 🙂

      Natürlich läuft der Tag auch bei uns nicht immer so stressfrei und perfekt ab. Bei meinem Format "Day in the Life" bin ich allerdings sehr ehrlich. Ich habe den Tag willkürlich ausgewählt und ihn so notiert wie er tatsächlich war.

      Obwohl Oliver ein gutes Gemüt hat, gibt es bei uns auch Tage an denen ich abends ins Bett falle und sage "WAS WAR DAS HEUTE?" Ich muss dir recht geben, dass Leute von dem heutigen Post den Eindruck bekommen könnten, das Leben mit Baby ist ein Spaziergang. Wenn man meinen Blog genauer verfolgt, liest man allerdings auch davon, dass ich z.B. oft ewig nach dem Mittagsspaziergang im Flur stehe und den Kinderwagen schiebe, weil Olli nach 20min schlafen bereits aufwacht. An diesen Tagen gibt es dann kein Mittagessen und keine Pause für Mama.

      Deinen Kommentar nehme ich sehr ernst, deshalb habe ich am Schluss noch ein paar Zeilen hinzugefügt.

      Liebste Grüße,
      Jasmin

    • Ist auf jeden Fall eine richtig gute Idee und sehr interessant!

  2. Danke für den offenen Einblick =) Natürlich war das ein Bilderbuch-Tag und es wird wohl auch bei euch nicht jeder so stressfrei sein =) Trotzdem gönne ich dir ganz, ganz viele solcher Tage! Es ist doch unheimlich schön, wie geduldig dein süßer Oliver sein kann und dass du an guten Tagen noch etwas Zeit für dich und gemeinsame Unternehmungen finden kannst =)

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